Sansibar

by Tim on December 15, 2016

Auf unserer vierten und letzten Station unserer Reise sollte es nun etwas ruhiger und erholsamer zugehen. In dem kleinen Örtchen Matemwe, das im Osten der Insel liegt, fanden wir dann unsere ersehnte Ruhe. Wir haben uns bewusst gegen ein Standard-Hotel entschieden, von denen es viele im Norden gibt, sondern waren im “Zanzibar Retreat”, welches einem bestimmten Konzept folgt. Diese kleine, beschauliche, familiäre Oase setzt nämlich ganz auf Nachhaltigkeit: Es wurde mit Naturmaterialien im afrikanischen Stil gebaut, bietet stets eine frische regionale Küche an und hilft mit dem Verkauf handgemachter Waren der Dorfbevölkerung.

Mit der Zeit lernten wir im “Retreat” einige Leute und sogar Chef und Chefin kennen – ein etwas ungleich anmutendes Pärchen. Er ursprünglich aus Finnland stammend – mit einer krassen Lebensgeschichte – angelte sich eine junge schwarze Perle aus Tansanias Hauptstadt Dodoma. Salome, so ihr Name, war sogar so freundlich, uns am Freitag Abend zu einer Beach Party, die von Italienern organisiert wurde, mitzunehmen. Überhaupt wird Sansibar ziemlich von den Italienern beherrscht.

Das Wasser des Indischen Ozeans hat in Sansibar wirklich glasklares Wasser und ungelogen Badewannen-Temperatur! Herrlich! Was nicht so cool ist sind die vielen Algen am Boden, die von Seeigeln bevölkert sind. Nachdem Tim mir mitteilte, dass unsere extra angeschafften Badeschuhe es leider nicht schaffen würden, die Stacheln abzuhalten und einer Polin sogar ein Stachel vom Kellner “rausoperiert” werden musste, zog ich den Pool vor! 😉

An einem Tag war uns nach etwas sportlicher Betätigung und wir schnappten uns die hauseigenen Bikes und fuhren bis nach Kiwengwa – und zwar am Strand entlang. Der Sand unten am Wasser ist hart genug, dort mit’m Fahrrad oder Moped langzuheizen, was auch die Einheimischen tun. War super, aber bei der Hitze (32°C) natürlich auch anstrengend.

Wir hatten lange überlegt, ob und welchen Ausflug wir machen, um die Insel noch ein wenig besser kennenzulernen und entschieden uns für die “Gewürztour” und einen anschließenden Besuch von “Stone Town” – dem Altstadtkern.

Spice Tour

Die Tour durch die “Big Body with Tatata Spice Farm” war wirklich spitze! Die Gruppe junger Kerls, die uns durch die Tour führten waren witzig, fachkundig und wortgewandt – sie beherrschten viele Begriffe sogar auf deutsch. Sie ließen uns die Pflanzenteile erst riechen oder schmecken und uns dann raten, um was es sich jeweils handelte. Man staunt wirklich nicht schlecht, welche heilsame Wirkung die Natur haben kann. Wir erfuhren also etwas über sämtliche Gewürze, wie die einzelnen Dinge gewonnen werden und auch wie schwierig es ist, Vanille anzubauen (deshalb auch so teuer!). Wir durften uns mit reifen Früchten vollstopfen und natürlich sollten ihre Produkte auch käuflich erworben werden.

In Stone Town hatten wir einen etwas komischen Guide, welcher uns die Altstadt zeigen sollte. Er schien es etwas eilig zu haben, denn er hetzte an den wirklich wichtigen Stationen – wie z.B. das Freddie Mercury-Geburtshaus – einfach so vorbei oder ließ uns minutenlang allein auf einem sehr undurchsichtigen und belebten Marktplatz stehen, auf dem wir bald umringt von Bettlern waren. Uncool!

Ansonsten kann man “Stone Town” mal gesehen haben mit seinen engen Gassen und “muslimischem Charme” (45 Moscheen, 2 Kirchen!), doch hatten wir irgendwie das Gefühl, dass man es so oder so ähnlich schon mal gesehen hat.
Nett anzusehen war noch der Sonnenuntergang am Hafen, wo wir uns noch eine “Sansibar-Pizza” haben schmecken lassen. Diese hat mit unserer Pizza nix zu tun, sondern wird zusammengeklappt mit einem Ei gebraten. Naja, andere Länder andere Sitten.

Stone Town

Insgesamt kann man resümieren, dass wir uns in Tansania sehr wohl gefühlt haben. Man muss hier und da immer mal schauen, dass man sich als Touri nicht zu dolle abziehen lässt. An sich sind die meisten Dinge ja schon recht billig. Besser ist es dann, wenn man in Situationen selbstsicher auftritt, den Leuten freundlich und witzig entgegentritt, wozu auch dringend gehört, sich ein paar Floskeln anzunehmen. In diesem Sinne: Ahsante sana! Kwaheri, Tansania!

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